Kleiner Sieg im langen Kampf

In Dharisana im indischen Bundesstaat Gujarat laden die Lehrkräfte der staatlichen Schule jedes Jahr zur Festivalzeit im Oktober und November zu einem gemeinsamen Abendessen die Schulkinder ein. Jedes Jahr durften alle kommen, nur nicht die Dalit-Kinder, die wurden ausgeschlossen.

Doch 2010 wehrten sich die Kinder: Sie traten für einen Monat in Hungerstreik, um das ungerechte Verhalten der Lehrkräfte öffentlich zu machen. Die Polizei wurde eingeschaltet, weil mit dem Ausschluss der Dalit-Kinder das Gesetz zur Verhinderung von Grausamkeiten gegenüber Dalits (Prevention of Atrocities Act) verletzt wurde.
Die Angehörigen der dominanten Kasten wurden über ihr strafbares Verhalten aufgeklärt und sie mussten sich schriftlich entschuldigen. Im Dorf wurde nach dem Hungerstreik eine Tafel aufgestellt, auf der demokratische Verhaltensregeln geschrieben stehen, an die sich nun jeder halten muss.

Inzwischen werden Dalits zwar noch immer diskriminiert, aber die Diskriminierungen haben abgenommen. Angehörige dominanter Kasten schütteln die Hände mit Dalits, Dalits dürfen den Dorffriseur aufsuchen, in Kiosken einkaufen, die Körper der Toten auf dem gleichen Areal wie alle verbrennen – und die Kinder werden zum gemeinsamen Abendessen während der Festivalzeit eingeladen.

Pakistan: In der Schule sitzen Dalit-Kinder häufig hinten, dürfen nicht mit den anderen Kindern essen und wenn sie etwas trinken wollen, müssen sie dafür nach Hause gehen
Foto ©: Jakob Carlsen/IDSN