Glossar

Hinduismus

HinduismusDie Summe der religiösen und philosophischen Anschauungen und der sozialen Ge­bräuche und Einrichtungen (einschließlich des Kastensystems) der Mehrheit der indischen Bevölkerung (81Prozent). Der Hinduismus kennt keine zentrale Autorität. Historisch geht der Hinduismus bis auf die im Veda (älteste zu den heiligen Schriften des Hinduismus zählende Literatur) enthaltene Religion der aus dem Nordwesten eingewanderten indo-arischen Volksstämme (circa 12. Jhdt. v. Chr.) zurück, hat aber im Laufe seiner Geschichte viele Zusätze und Veränderungen erfahren. Die unter dem Druck von europäischer Aufklärung und protestantischer Mission sich vollziehenden Veränderun­gen haben seit dem frühen 19. Jahrhundert zum Reform-oder Neohinduismus geführt. Dieser ist gek­ennzeichnet durch Ablehnung des Kastensystems, vor allem der Unberührbarkeit, durch eine Tendenz zum Monotheismus, Betonung der Sozialethik und zur Missionierung unter Nicht-Hindus. Hindunation­alistische Kräfte drängen auf Festlegung eines verbindlichen Kanons für den Hinduismus (siehe Hin­dutva). 

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