Ambedkar - Freiheitskämpfer der Dalits

Dr. Bim Rao Ambedkar
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Am 14. April 1891 geboren vertrat der Jurist Doktor Bhimo Rao Ambedkar in verfassungsrechtlichen Auseinandersetzungen in den 1930er Jahren eine herausragende Rolle als wichtigster Gegenspieler von Mahatma Ghandi.

Selbst Dalit, ging es Ambedkar um die Sicherung bürgerlich-politischer Rechte für Dalits, wobei er den Status der „Unberührbarkeit“ unmittelbar mit dem Hinduismus verbunden sah. Gandhi hingegen vertrat eher eine paternalistische Einstellung den Dalits gegenüber und setzte sich „nur“ für eine Reform des Hinduismus ein. Als Ambedkar ein getrenntes Wählerschaften für Dalits forderte, kündigte Gandhi Fasten bis zum Tode an. Langwierige Verhandlungen endeten in einem Kompromiss, dem sogenannten Puna-Pakt. Statt getrennter Wählerschaften wurden reservierte Sitze in den Landesparlamenten eingeführt.

Ambedkar war Zeit seines Lebens Diskriminierungen wegen seiner Kastenzugehörigkeit ausgesetzt. Obwohl er mit hervorragenden Leistungen Studienaufenthalte in Großbritannien und den USA absolvierte, erhielt er in Indien nur begrenzte Anerkennung.

Als Doktor der Rechtswissenschaften wurde er zwar Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung und später Justizminister. Doch erlebte er, dass sich die Situation für Dalits nicht verändert hatte. Er selbst wurde in seinem Ministerium als Dalit behandelt, z.B. wurde ihm das Essen nicht mit Händen gereicht, sondern auf dem Fußboden zugeschoben. Schließlich gab er sein Amt auf. Nach seiner Ansage „I will not die a Hindu“ konvertierte er zum Buddhismus.

Ambedkar gründete neben verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für die Verbesserung der Situation von Dalits einsetzten, auch die erste Dalit-Partei. Bis heute folgen viele Dalit-Aktivist(inn)en seinen Ansätzen und Vorstellungen. Vielen seiner Anhänger(inne)n bleibt er mit dem symbolischen Verbrennen der heiligen Schrift Manus, die Unberührbarkeitsregeln festschreiben, im Herzen.